Emine Sevgi Özdamar erzählt die Geschichte vom Erwachen eines politischen
Bewusstseins in einem ahnungslosen, aber begierigen türkischen Mädchen, dessen
Hunger nach Welt auch den Hunger auf Weltanschauungen einschließt. Und sie
beschreibt mit äußerster Genauigkeit die türkische Gesellschaft in aller
Widersprüchlichkeit.
Die Muttersprache der Erzählerin, wörtlich übersetzt die "Mutterzunge", ist
Türkisch. Aber die Sätze ihrer eigenen Mutter klingen in Deutschland wie
Fragmente einer fremden Sprache. Um sich den Tonfall wieder anzueignen, erlernt
sie das Arabische, die "Großvaterzunge", die zugleich die Sprache des Korans ist
und die Wurzel viele türkischer Worte. Die Sprache des Großvaters wird zur
Sprache der Liebe.
Die 1946 in Malatya, Türkei, geborene Emine Sevgi Özdamar ist
Schriftstellerin, Schauspielerin und Regisseurin. Für ihr Werk erhielt sie viele
Auszeichnungen, so den Ingeborg-Bachmann-Preis, den Walter-Hasenclever-Preis,
den Adelbert-von-Chamisso-Preis und den Kleist-Preis. Emine Sevgi Özdamar lebt
in Berlin.
Taschenbuchausgabe
128 Seiten
12,0 x 19,0 cm
ISBN
978-3-86789-107-3